4 Tage durch die Hauptstadt – John F. Kennedy Schule Esslingen

 

Wir – 20 Schülerinnen und Schüler aus sieben unterschiedlichen Klassen der John-F.-Kennedy-Schule – bekamen die einmalige Chance, vier Tage in Deutschlands Hauptstadt zu reisen. Am 27. November 2018 ging es dann auch schon los. Zwei Minuten vor Abfahrt saßen wir alle im ICE nach Berlin und lernten dabei, dass man auch nur mit einer Handtasche als Gepäckstück verreisen kann. Da die Fahrt schon einige Zeit dauern sollte, hatten unsere Lehrer Herr Leyrer und Herr Schneckenburger ein Kennlernspiel vorbereitet, so konnten wir uns die Zeit zu vertreiben und uns alle etwas näher kennenlernen.

In Berlin angekommen reisten wir zuerst in unser Hotel am Ostbahnhof. Wir waren im neu eröffneten Schulz Hotel untergebracht und wurden dort auch herzlich in Empfang genommen. Nachdem wir alle unsere Zimmer bezogen hatten, besuchten wir zum Abschluss des Tages noch die East Side Gallery – ein Denkmal das für den Fall der Berliner Mauer steht. Wir schauten uns dabei die Werke an, die verschiedene Künstler an die Wand gesprüht hatten, nicht zuletzt den berühmten Bruderkuss zwischen Breschnew und Honecker. Anschließend ließen wir den Abend entspannt ausklingen, da wir alle etwas erschöpft von der langen Fahrt waren.

Der folgende Morgen startete schon relativ früh mit einem ausgiebigen Frühstück, da wir uns anschließend auf den Weg zum ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen machten. Dort erhielten wir eine Führung über das Gelände, wobei wir auch die Zellen und Verhörräume besichtigen konnten. Obwohl, oder gerade weil wir an diesem Morgen fast erfroren sind, bekamen wir einen guten Eindruck von den Schrecken dieses Ortes. 

Nach anschließender Mittagspause besuchten wir dann noch das Mauermuseum am Checkpoint Charlie. Dort durften wir uns frei bewegen und die Ausstellung selbst erkunden. Spannend waren hier vor allem die Fluchtgeschichten aus der DDR, die anhand von ausgestellten Originalfluchtobjekten (Autos, Ballon, Kanu u.a.) erfahrbar wurden. Weniger schön war dagegen die Flucht einiger Geldscheine aus dem Portemonnaie zweier Schülerinnen im Schließfach des Museums – dafür konnten ein paar von uns nun noch ein Berliner Polizeirevier von innen sehen. Am Abend trafen wir uns nochmal als Gruppe auf einem der vielen Berliner Weihnachtsmärkte am Alexanderplatz und hatten einen schönen Abend mit Glühwein und Eislaufen unterm Fernsehturm – wobei wir nur knapp einem Unfall mit einem der Berliner „Kamikaze-Eisläufer“ entgingen.

Am Donnerstagmorgen besuchten wir dann das Deutsche Historische Museum, wo wir uns ebenfalls frei bewegen durften, um die Geschichte Deutschland zwischen 1933 und 1949 anhand eines Fragebogens zu erforschen. Anschließend ging es dann, nach kurzem Stopp beim Brandenburger Tor, zum Deutschen Bundestag, wo wir die Chance bekamen, eine Plenarsitzung zu besuchen. Vorher mussten wir allerdings einen Security-Check über uns ergehen lassen, der dem einer USA-Reise in nichts nachstand. Als wir es dann tatsächlich alle auf die Besuchertribüne geschafft hatten, durften wir eine Stunde lang zuhören, wie die Parteien über die Migrationspolitik diskutierten, was sehr spannend war, insbesondere weil sich die Mitglieder der AfD-Fraktion ständig mit anderen Abgeordneten in die Wolle kriegten. Auch die Abstimmung über den UN-Migrationspakt durften wir noch miterleben, so dass wir neben Frau Merkel auch all die anderen bekannten Gesichter sehen konnten. Zudem durften wir live erleben, dass die Security auch auf der Besuchertribüne ihren Job ernst nimmt und Besucher, die sich nicht benehmen oder schlafen, rauswirft.

Schließlich bekamen wir danach noch die Möglichkeit mit dem SPD-Abgeordneten Nils Schmid zu sprechen, der uns zunächst sein Leben als Politiker schilderte und anschließend unsere Fragen beantwortete. Er erzählte uns, wie voll der Terminkalender eines Abgeordneten ist, erläuterte uns seine Ideen für die Rente und versicherte uns, dass es nach wie vor Gründe gibt, die SPD zu wählen (https://www.facebook.com/Nils.Schmid.SPD/photos/a.10150400156234105/10156789657459105/?type=3&theater). Zusätzlich konnten wir noch auf die Kuppel des Bundestags gehen, von wo man ganz Berlin überblicken kann. Völlig ausgehungert wurden wir am Ende dieses spannenden Tags in das Paul-Löbe-Haus zum Essen eingeladen.

Unseren letzten halben Tag verbrachten wir dann morgens im Spionagemuseum am Potsdamer Platz. Wir bekamen einen sehr guten Eindruck in das Schattenreich der Spionage, da es viele Ausstellungsstücke gab, aber man vor allem auch sehr viel selber ausprobieren konnte. Zum Beispiel konnte man Experimente im Labor durchführen, morsen, Wanzen mit einem Detektor suchen oder durch einen Laserparcours durchgehen.

Fazit der Reise: Trotz kalter Tage hat sich diese Fahrt absolut gelohnt, da wir zum einen sehr viele neue Erfahrungen und Eindrücke bekommen haben und zum anderen natürlich auch sehr viel Spaß dabei hatten. Schließlich blieb zwischen den Programmpunkten immer auch noch etwas Zeit zum Shoppen, Fotos machen, Chillen, für die Hotel-Bar und (zumindest bei manchen) für unzählige McDonald’s-Besuche. Toll war, dass wir uns trotz der verschiedenen Klassen als Gruppe so gut verstanden haben. Hiermit nochmal ein Dankeschön an alle Beteiligten die das alles möglich gemacht haben.

(Vanessa Schulz, BK2W1)

 

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